Dezember
In Zakros
Mit zwei Tagen Verspätung bin ich dann los gefahren.
Die Fahrt nach Ancona verlief reibungslos und die Fähre war wie erwartet nicht sehr voll.
Hatte Zeit für mich und meine Bücher, mal einen griech. Kaffee trinken, mal etwas essen und ansonsten nichts tun...
Auch wenn die ersten Stunden bei hohem Seegang waren, war‘s angenehm.
Manchmal sogar lustig, wenn die Menschen einen 3m. breiten Gang brauchten, um sich vorwärts zu bewegen.
Mir ging’s da nicht anders...
Auch die Samstagfähre nach Heraklion war eher leer.
Wenn Mensch von Piräus nach Iraklion fährt, niemals freitags und in die andere Richtung niemals Sonntag oder Montag.
Wochenend-Berufsverkehr!
Deswegen hatte ich den Freitag auch noch auf den Peleponnes verbracht.
Das Wetter war auch schön mit blauem Himmel und um die20°.
Musste dann in Korinthos nochmal einen Kaffee in meinem Stamm-Kafenion trinken und Köppe gucken, wie Mensch im Pott so sagt.
Sonntag war ich dann in Zakros.
Alles ruhig in Kali Strata und ich konnte in meiner Gasse direkt vor der Haustür halten und ausladen.
Niemand hupte, niemand wollte durch...
Später kamen dann einige Pickups vorbei gefahren.
Aus der Olivenernte und nach Hause.
Am Dienstag ging’s mir dann ganz schlecht, Hals-und Kopfschmerzen, Schwindel und Fieber...
Drei Tage Bett mit heißen Tee und Chinaöl und heute am Donnerstag geht’s mir schon besser.
Schlapp, aber ich konnte und wollte aufstehen und mich bewegen...
Heiße Gemüsebrühe mit viel, viel, Knoblauch und Kartoffeln und Kichererbsen haben dann weiter geholfen.
Hoffe, das ich morgen wieder Fit bin und mich mal im Dorf sehen lassen kann.
Muß auch was einkaufen...
Bin immer noch schlapp und ein leckeres Gemüsebrüchen mit Knoblauch und Nudeln hat mich heute wieder auf die Beine gestellt.
Während ich die Tage im Bett verbracht hatte, tobten draußen heftige Gewitter mit Orkanartigen Windböen, Kettenblitzen und gewaltigen Donner.
Untermalt wurde das Ganze von Sinnflutartigen Regengüssen und ab und an auch noch heftige Hagelschauer. Die Temperaturen liegen weiterhin bei 18° bis 20°.
Heute war es bis auf zwei kleine Schauer wieder trocken, absolut Windstill und geschlossene Wolkendecke...
Die Wetterprognosen sind sehr durchwachsen.
Immer wieder starkregen ist angesagt, das heißt es gibt ne kleine Erntepause.
Diese Woche werde ich mich noch von meiner Grippe erholen, aber nächste Woche werde ich dann ins geschehen eingreifen.
Und morgen kommt dann der Vassilis und bringt hoffentlich was für die lieben Kinder...
Die Ernte neigt sich dem Ende zu
Es ist noch nicht so viele Ewigkeiten her, da startete die Ernte Anfang Dezember und es ging durch bis Mitte Ende Februar, in machen Jahren sogar bis in den März rein...
Bis zu 300 Erntearbeiter waren in der Zeit beschäftigt, die natürlich auch noch für Umsatz in den Geschäften und in der Gastronomie sorgten.
Heute beginnt die Ernte im November und ist mit einer Handvoll Erntearbeiter jetzt kurz vor Weihnachten so gut wie fertig.
Mein Freud Michalis hat von seinen ca. 3500 Bäumen keine 2 Tonnen Olivenöl gemacht.
Das ist weniger als ein halber Liter pro Baum.
Noch vor einigen Jahren waren es 3 Liter im Schnitt...
Die Mengen werden immer geringer, die Arbeit bleibt die gleiche.
Die Oliven sind sehr klein und enthalten weniger Öl.
Es ist zu trocken und zu heiß, das Jahr über.
Bin gespannt wie die Preise sich in diesem Jahr entwickeln.
Mitte Januar werden bei der Coop Zakros die neuen Preise stehen.
Dann weiß man die Mengen und Qualitäten in den Tanks und auch was der Weltmarkt macht.
Aber jetzt kommt erst mal Weihnachten.
Es ist nicht das ganz große Fest.
Das ist immer Ostern.
Weihnachten wird schon gefeiert.
Allerdings gibt’s den hl. Abend nicht.
Und auch das Schenken ist nicht so ausgeprägt wie bei uns.
Wichtig ist das zusammenkommen und gut essen und trinken und sich unterhalten.
Mensch geht auch in die Kirche und Mensch geht auch ins Kafenion und in die Taverne.
Oft auch mit Live-Musik und dann wird natürlich auch getanzt.
In Sitia in den Einkaufstrassen ist es auch weihnachtlich geschmückt, aber nicht mehr mit Lichterketten und sonstigen Beleuchtungen.
Es sind einfache farbige Figuren, Sterne, Kugeln usw. aufgehängt.
Alle 50 m. hängt ein Lautsprecher aus denen Musik nicht sehr laut ertönt.
Aber nicht mehr die Jingle Bells, und stillen Nächte erklingen hier.
Es sind griechische Lieder aus allen Musikrichtungen die aber nicht was mit Weihnachten zu tun haben müssen.
Vorgestern als ich in der Stadt war, war es überwiegend rockig, mit z.T. fantastischen Gitarrensolis...
Mag ich immer noch!
Ich wünsche Euch und Ihnen viel Freude und schöne unterhaltsame Stunden in den Weihnachtstagen, keinen Stress und Frieden.
Stella fährt heute los in die Ukraine zu Ihrer Familie.
Sie reist von Athen aus mit dem Bus.
Sie wird Weihnachten im Krieg verbringen.
Und auch die Wochen danach...
Hab ihr gestern zum Abschied nur ein "Alles Gute" mitgegeben.
Sprachlosigkeit!!!